Review: Barrelhouse Jazzband meets Denise Gordon

17.05.2016 20:17 von jazz (Kommentare: 0)

 

Barrelhouse Jazzband - Cover
 

 

Live in Concert

Chaos Records CACD 8450

 

20 Jahre gibt es nun schon das Dixieland Jubilee - und die Frankfurter Barrelhouse Jazzband durfte zum vierten Mal dabei sein. Dieses Jubiläum wollten die Musiker dadurch besonders würdigen, dass sie die Sängerin und Shouterin Denise Gordon mitbrachten. Mit ihr habe die Band in den letzten Jahren immer wieder gerne zusammen gespielt, erzählt Band-Leader und Klarinettist Reimer von Essen.



Denise Gordon ist Engländerin mit karibischen Wurzeln, aber mittlerweile fester Bestandteil der Szene in New Orleans - und international begehrt. Eigenen Worten zufolge singt sie seit dem dritten Lebensjahr, als ihre Mutter sie mit in die Kirche nahm. Kein Wunder, dass Spirituals und Gospels ihr Metier sind. Das charakterisiert bereits „In the Garden“ auf der neuen CD „Barrelhouse meets Denise Gordon“. Der Gast singt inbrünstig und beseelt.

 

Darüber hinaus entspricht ihre stilistische Bandbreite dem, was auch das Anliegen der Frankfurter Barrelhouse Jazzband ist - vom New Orleans Stil bis zum klassischen Swing schöne, meist seltene Stücke zu präsentieren. Dazu kommen ausgefallene, neue Titel des Repertoires, ein alter Blues und drei Publikumslieblinge - auch dies stilistisch breit gefächert, sagt von Essen.

 

Die musikalische Reise beginnt mit dem Showboat“ in New Orleans führt nach Kansas City und Harlem in New York, um wieder nach „Martinique“ zurück zu schippern. Die Band reißt mit der gewohnten Frische und Vitalität auch in den bekannten Titeln wie dem fetzigen „Ozark Mountain Blues“ mit, der sich nun schon seit fünf Jahrzehnten im Repertoire der besten deutschen Band des traditionellen Jazz befindet.

 

Der Zuhörer genießt das wundervolle und harmonisch interessante Bass-Solo von Lindy Huppertsberg in Ellingtons “Old Man Blues“ sowie den gestrichenen Bass in Riveras „Everywhere“ – einer balladesken Komposition die unter Lindys Bogen ihre Schönheit voll entfaltet.

 

Denise Gordon entführt den Zuhörer mit der gepressten und heiseren Interpretation „When it´s Sleepy Time Down South“ in die Welt des unvergessenen Louis Armstrong. Bass und Piano leiten erfrischend den lockeren Gershwin-Song „´S Wonderful“ mit Denise Gordon ein, in dem die Bandmitglieder ihre solistischen Fähigkeiten ausspielen können.

 

Die Dramaturgie des Repertoires dient vorzüglich der kurzweiligen Aufbereitung. Die Stücke der CD zeugen von der technischen Brillanz der Band und ihrer musikalischen Kompetenz. Sie sind stilistisch breit gefächert, teils reine Instrumentals, teils mit Gesang des Gastes.

 

(km)

 

 

Jazzpages

 

 

Zurück