Review: Naj Ponk Trio - Bluesin´ Black Forest

06.12.2016 23:15 von jazz (Kommentare: 0)

 

Naz Ponk Trio - Bluesin Black Forrest - Cover

 

HGBSB 16005 CD

 

Der elegante und kultivierte Jazz ist Naj Ponks Leidenschaft, denn hier greift einer in die Tasten, der vom Spiel der Großen des swingenden Trio-Jazz gelernt hat und in Interpretationen neu belebt. Der Fan assoziiert Red Garland, Oscar Peterson, Thelonious Monk oder das Modern Jazz Quartet.  Der 1972 in der Ukraine geborene und in Prag lebende Pianist Naj Ponk weiß wie man stilsicher und souverän bekannte Balladen schnell oder melancholisch, voller Blues-Feeling oder puristisch rein spielt. Er kommt also in gerader Linie vom klassischen Jazz uns pflegt seit Jahren ausschließlich vitalen Piano-Swing.

 

Die Zeit der Experimentierfreude der 60er und 70er Jahre im damaligen protestierenden Ostblock – etwa mit dem Flötisten und Saxophonisten Jiri Stivin oder dem Pianisten Karel Ruzicka - ist dem publikumsfreundlicheren Mainstream gewichen. Das mögen die Anhänger zwar bedauern, aber dagegen ist nichts einzuwenden, so lange die Musik sich auf so hohem, künstlerischen Niveau bewegt wie der Swing von Naj Ponk. Die CD-Einspielungen „Ballads, Blues and more“ oder „Autumn in New York“ sind hörenswerte Zeugnisse dieser Musik.

 

Nun bringt der Pianist und Komponist Naj Ponk mit Taras Voloschuk am Kontrabass und dem Schlagzeuger Marek Urbanek bei HGBSBlue seine erste Aufnahme heraus, die im Herbst 2015 komplett in Deutschland entstanden ist - wie schon der Titel deutlich macht: „Bluesin‘ Black Forest“. Auf der Scheibe glänzt die kleine, aber feine Combo ausschließlich mit vitalem Piano-Swing. Cole Porters „What ist this thing called love“, Bobby Timmons „Moaning“ „Solar“ von Miles Davis und Duke Ellingtons „Just Squeeze me“ sind ebenso zu hören wie die Naj Ponkschen Kompositionen „Waltz for Platka“, „Les Can“ oder der mitreißende „Blues für Papa Maseko“.

 

Dabei fügen sich die Stücke des tschechischen Pianisten nahtlos und stilgerecht swingend in der Reihe der Standards ein. Kein Stück der vorliegenden CD enttäuscht und wird die Freunde des klassischen Jazz begeistern. Naj Ponk zeigt, wie erfrischend und originell er altbekannte Standards mit einem exzellenten Trio aufbereiten kann. Swing-Fans sollten sich diese Scheibe nicht entgehen lassen.

 

(km)

 

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